Gab es eine Synagoge in Maikammer?

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Gab es eine Synagoge in Maikammer?

Beitrag von admin » Sonntag 18. März 2018, 08:39

Im Zusammenhang mit meinem Projekt KuLaDig (Digitales Kulturlandschaftskataster) bin ich auf einen Eintrag gestoßen, der von
einer Synagoge in Maikammer spricht. Dies steht unter anderem auch auf http://www.alemannia-judaica.de/maikammer_synagoge.htm
Nun habe ich mich gefragt, ob davon noch etwas bekannt ist.

Der Eintrag lautet:
"An Einrichtungen bestand wohl nur in der 2. Hälfte des 18. Jahrhunderts ein Betraum ("Synagoge", s.u.). Im 19. Jahrhundert gingen die jüdischen Familien in Maikammer zum Gottesdienst nach Kirrweiler. Nach Auflösung der dortigen Gemeinde in den 1920er-Jahren wurden sie nach Edenkoben zugewiesen. Die Toten der Gemeinde wurden zunächst auf dem jüdischen Friedhof in Essingen, dann auf dem jüdischen Friedhof in Kirrweiler beigesetzt."

Eine Synagoge wird für Maikammer für die Zeit vor 1780 erwähnt. Seit Anfang des 19. Jahrhunderts wurden die Gottesdienste in Kirrweiler besucht. Versuche, in den 1840er-Jahren eine neue Synagoge einzurichten, blieben erfolglos: 1843 hatten die jüdischen Familien Maikammers eine Eingabe an die Regierung der Pfalz gerichtet, in der sie baten, eine Synagoge erbauen zu dürfen. In der Begründung wurde an die Synagoge (den Betraum) des 18. Jahrhunderts erinnert: "In früheren Zeiten, und zwar bis vor ungefähr 60 Jahren ist in hiesiger Gemeinde eine Synagoge bestanden, worin die Ausübung des israelitischen Gottesdienstes vorschriftsmäßig stattfand." Die Eingabe wurde negativ beschieden. Die jüdischen Familien mussten weiterhin nach Kirrweiler zum Gottesdienst. Nach Auflösung der dortigen Gemeinde in den 1920er-Jahren wurden sie der Gemeinde in Edenkoben zugeteilt.

Alle Angaben aus: http://www.alemannia-judaica.de/maikammer_synagoge.htm

Weiß jemand, in welchem Gebäude der Gebetsraum, die Synagoge gewesen sein könnte?

Markus
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Re: Gab es eine Synagoge in Maikammer?

Beitrag von Markus » Montag 19. März 2018, 11:09

Was die Synagoge bzw. den Betraum anbelangt, so kenne ich den Vermerk aus alemania judaica. Martina schreibt, daß die Judengasse eine Wortschöpfung des 19. Jh. ist. Wie wurde der Straßenabschnitt vorher bezeichnet? Warum wurde die Straße dann umbenannt, obwohl nur ein Jude dort wohnte und erst viel später (Ende 19.Jh.) Gustav Süß sein Anwesen (heute Aula Schule, Hausnummer 7) kaufte? Ohne es belegen zu können würde ich auf die Schulstraße als Standort einer Synagoge tippen. Eine solche Synagoge oder zumindest ein Betraum würde die Gasse sicherlich namentlich geprägt haben können. Belegen läßt sich dies aber nicht.

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